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Schwarzweiss


Ich fotografiere zwar überwiegend in Farbe, dennoch interessiert mich hin und wieder auch das Experimentieren von Wolkenaufnahmen in Schwarzweiss. Wir sind gewohnt, unsere Welt in Farbe zu sehen, daher bilden Schwarzweissbilder einen eindrucksvollen Kontrast zu unserer schon fast übermäßig bunten Welt. Ein Schwarweissfoto zeigt eine völlig andere Ästhetik und Dramatik als ein Farbfoto!

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Angefangen haben meine Schwarzweissversuche im Januar 2004. Die Anregungen kamen aus einem Buch über Himmelskunde, wo ich unter Fototips las, das sich Wolkenstrukturen sowie Wirkungen von Wind und Wasser am besten auf einem Schwarzweissfilm festhalten lassen. Für Sonnenuntergänge und Regenbögen ist natürlich ein Farbfilm geeigneter. Zuerst stutzte ich etwas - warum soll man heute noch Schwarzweissfilme benutzen, wo es doch alles in Farbe gibt? Dann sah ich in diesem Buch einige Wolkenbilder in Schwarzweiss - und die hatten eine faszinierende Wirkung!

Danach kam mir dieses Thema immer wieder in den Sinn. Schließlich wurde mir klar, das der Autor des Buches eigentlich Recht hat! Denn ein Schwarzweissfilm sieht die Dinge anders als ein Farbfilm oder das menschliche Auge. Beim Farbfilm erzeugen die unterschiedlichen Farben eines Motivs genügend Kontraste und Abstufungen gegeneinander. Beim Schwarzweissfilm dagegen werden die Farben in Graustufen (Helligkeitsstufen) umgewandelt. Schwarzweissfotos brauchen den Kontrast zwischen Licht und Schatten, damit sich die einzelnen Teile eines Motivs genügend voneinander abheben. Hier kommt es mehr auf Formen, Strukuren und Lichtkontraste an. Auch bei Wolken haben wir es oft mit Strukturen zu tun. Also passt das!

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So habe ich mir Januar 2004 einen Schwarzweissfilm, den Kodak TMax 400, besorgt und mit diesem ein wenig probiert. Gleichzeitig legte ich mir das Buch "Faszination Schwarzweiss-Fotografie" von Thomas Maschke aus dem Augustusverlag zu. Aus diesem erhielt ich weitere Anregungen. Erste Motive waren Schatten von Bäumen in einem Feld, strukturreiche Wolken, und Schneelandschaften. Die Filme und Abzüge ließ ich in einem professionellen Labor entwickeln. Als im Sommer 2004 die erste kleine Digitalkamera kam, probierte ich später einige Bilder von dieser am PC in Graustufen umzuwandeln.

Aufpassen muß man allerdings bei hohen Kontrasten, denen sich unser Auge rasch anpaßt, z. B. helle Stellen und Schatten. Der Film kann jedoch nur auf eines belichtet werden - entweder auf die dunklen Bereiche, womit die hellen dann überbelichtet werden und strukturlos weiß erscheinen; oder auf die hellen Bereiche, wobei die dunklen dann unterbelichtet werden und schwarz und strukturlos erscheinen. Aber gerade das Spiel von Licht und Schatten ist es, was Schwarzweissbilder so reizvoll macht.



Kamera

Profis greifen natürlich zu einem großem Filmformat, da man mit diesem eine fantastische Schärfe und Bildqualität erreicht. Der normale Hobbyfotograf griff früher eher zur Kleinbildkamera, da diese erheblich handlicher sind und man sie überall mit hin nehmen kann. Am besten geeignet ist hier eine Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Nur sollte diese unbedingt eine manuelle Einstellung von Verschlußzeit, Blende und Fokus ermöglichen! Da wir es in der Schwarzweissfotografie häufig mit hohen Kontrasten zu tun haben, muß die Belichtung oft korrigiert werden, um z. B. tiefe Schatten etwas durchzuzeichnen usw.

Inzwischen ist die Zeit fortgeschritten und heute werden überwiegend Digitalkameras benutzt. Auch mit einer kompakten Digitalkamera, wie ich sie zur Zeit auch noch benutze, kann man schon gute Aufnahmen machen. Natürlich hat man mit einer digitalen Spiegelreflexkamera mehr Möglichkeiten!



Filme

sw4.jpg Heute im Zeitalter der Digitaltechnik hat das Interesse an der chemischen Fotografie stark abgenommen. Trotzdem gibt es auch heute noch gute Schwarzweissfilme im Handel. Im Gegensatz zu Farbfilmen haben Schwarzweissfilme ein feineres Korn und zeichnen die Motive schärfer. Sehr gut ist der TMax von Kodak und der Delta von Ilford. Sie haben beide ein besonders feines Korn, so daß man auch einen Film mit einer etwas höheren Lichtempfindlichkeit von z. B. 400 ASA nehmen kann. Da wäre besonders der TMax 400 oder der Ilford Delta 400 zu nennen. Deren Korn ist mittlerweile fast so fein, wie das eines normalen 100-ASA Farbfilmes! Die höhere Lichtempfindlichkeit dieser beiden Filme ermöglichen aber auch ein Fotografieren bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen bzw. am Tage die Benutzung kleinerer Blenden, so daß man eine größere Tiefenschärfe erreicht. So sind diese beiden Filme auch besonders für Anfänger geeignet.

Der Kodak TMax 100 und der Ilford Delta 100 gehören zu den feinkörnigsten und schärfsten Filmen. Noch etwas besser ist der Technical Pan von Kodak, der aber auch schon recht teuer und heute nicht mehr überall zu bekommen ist. Bei Benutzung dieses Films sollte man schon über hochwertige Objektive verfügen!



Digitale Schwarzweissfotografie

sw5.jpg Die meisten werden heute eine digitale Kamera besitzen, mit der man ebenfalls Schwarzweissfotos machen kann. Viele Digitalkameras bieten die Möglichkeit, Bilder gleich in Schwarzweiss aufzunehmen. Wenn man die Bilder allerdings erstmal in Farbe aufnimmt, hat man anschließend noch die Möglichkeit, die einzelnen Farbkanäle am PC nachzubearbeiten was z. B. den Effekten von Farbfiltern nahekommt. Nimmt man andererseits gleich in Schwarzweiss auf, sieht man sofort das fertige Bild.

Es hängt immer vom Motiv ab, ob es in Farbe oder in Schwarzweiss besser wirkt. Man kann und sollte etwas damit experimentieren, vorhandene digitale Farbbilder am PC in Graustufen umzuwandeln! Man bekommt so ein gutes Gefühl, welche Motive und Lichtverhältnisse für Schwarzweiss gut geeignet sind. Heute mache ich fast nur noch digitale Fotos was auch für Schwarzweissfotos gilt!


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Altocumuluswolken am Abend

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