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Orkantief »Janette« vom 27.10.2002


Das Orkantief »Janette« ist genau an meinem Geburtstag gekommen! Schon tagsüber kam es in Schauernähe zu schweren Sturm- bis Orkanböen, aber das eigentliche Sturmfeld kam abends auf der Rückseite des Tiefs.



Entwicklung des Orkantiefs im Satellitenbild (NOAA, IR)

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25.10.02, 04.04 UT
Ganz links ist die Verdickung von "Janette" zu erkennen.
26.10.02, 13.47 UT
"Janette" ist zu einem kräftigen Sturmtief bei Irland geworden.
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26.10.02, 21.57 UT
Auf den Weg von England zur Nordsee vertieft sich "Janette" weiter.
27.10.02, 10.05 UT
"Janette" liegt als Orkantief über der Nordsee.
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27.10.02, 19.55 UT
"Janette" liegt als Orkantief über dem Skagerrak.
28.10.02, 01.49 UT
Das Orkantief löst sich jetzt gänzlich auf. Über der mittleren Ostsee schwächt sich "Janette" langsam ab.
janette7.jpg janette8.jpg
28.10.02, 11.44 UT
"Janette" schwächt sich über dem Baltikum weiter ab.
29.10.02, 09.19 UT
Die Überreste von "Janette" über Rußland.

Quelle: NOAA quicklooks from NEODAAS/University of Dundee



Die Entwicklung in der Bodenkarte

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25.10.02, 00.00 UT 26.10.02, 00.00 UT
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27.10.02, 00.00 UT 27.10.02, 18.00 UT
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28.10.02, 00.00 UT 29.10.02, 06.00 UT

Quelle der Karten: Wetterzentrale
Bearbeitung: Mario Lehwald, November 2006



Nachmittags am Leuchtturm

janette5.jpg An diesem Tag hatte ich zwar Geburtstag, dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, einmal am frühen Nachmittag zum Leuchtturm zu fahren, denn es stürmte aus Südwest schon ganz ordentlich! Außerdem wurde das Hauptsturmfeld auf der Rückseite erst am Abend erwartet, wo es schon dunkel sein würde.

Am Leuchtturm angekommen wechselte der Himmel, wie es bei Sturmtiefs hier typisch ist, recht rasch sein Gesicht. Tiefe und zerfetzte Stratocumulus- und Cumuluswolken zogen rasch über den Himmel. Dazwischen kam es immer wieder zu Schauern. Ich machte ich einige Fotos des rasch wechselnden Himmels. Der Wasserstand war deutlich gesenkt - es herrschte mal wieder Niedrigwasser. Dafür konnte man zeitweise vielfätige Strukturen auf der Ostssee erkennen, als die schweren Böen das Wasser vom Ufer auf die See hinausdrückten. Wenig später zogen wieder Schauer heran. Es kamen orkanartige Böen auf und die gesamte Kieler Bucht war plötzlich gefüllt von Gischt und Schaumkronen. Ich konnte kaum noch angehen gegen den Wind und die nahen Bäume machten einen Riesenlärm. Als die Böen abnahmen fuhr ich langsam wieder zurück.


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Rasch wechselnder Himmel ist typisch für ein Sturmtief
© Mario Lehwald


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Stratocumulusbänke
© Mario Lehwald


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Rasch wechselnder Himmel
© Mario Lehwald


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Niedrigwasser am Ufer der der Kieler Bucht
© Mario Lehwald


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Die heftigen Böen treiben das Wasser vom Ufer auf die See hinaus
© Mario Lehwald


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Ein Schauer überquert die Kieler Bucht mit orkanartigen Böen
© Mario Lehwald



Abends kam das eigentliche Sturmfeld

Am späten Nachmittag nahm der Sturm vorübergehend wieder ab. Aber das schlimmste sollte noch kommen! Schon Tage zuvor war dieses Rückseitensturmfeld von "Janette", was am Abend noch folgen sollte, im Forum der Wetterzentrale diskutiert worden.

So nahm der Sturm am Abend nach Einbruch der Dunkelheit wieder rasch zu. Das Rückseitensturmfeld hatte uns erreicht. Es mußte mit Orkanböen gerechnet werden. Während es am Nachmittag an der Ostsee nur vereinzelt heftige Böen in Schauernähe gab, wehte jetzt am Abend der Mittelwind erheblich stärker. Es rauschte und klapperte draußen. Nach dem ruhigeren Sommer kam einen das schon wieder ganz schön heftig vor. Aber nach etwa zwei Stunden nahm der Sturm dann endgültig ab und legte sich.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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