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Sturmtief »Ginger« vom 28. Mai 2000


Für die Jahreszeit Ende Mai (Frühsommer!) war dies schon ein ungewöhnlich heftiges Sturmtief. Es brachte in Westdeutschland Böen von über 100 km/h und in Schleswig-Holstein noch Böen von 80 bis 90 km/h; an der Ostseeküste am Abend auch um die 100 km/h.



Entwicklung im Satellitenbild (NOAA, IR)

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27.05.00 09.18 UT 27.05.00 15.22 UT
ginger3.jpg ginger4.jpg
27.05.00 19.07 UT 28.05.00 05.17 UT
ginger5.jpg ginger6.jpg
28.05.00 08.55 UT 28.05.00 15.11 UT
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28.05.00 18.45 UT 29.05.00 08.33 UT

Quelle: NOAA quicklooks from NEODAAS/University of Dundee



Die Entwicklung in der Bodenkarte

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Analyse vom 27.05.00, 00.00 UT

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Analyse vom 27.05.00, 06.00 UT

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Analyse vom 27.05.00, 12.00 UT

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Analyse vom 28.05.00, 00.00 UT

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Analyse vom 28.05.00, 06.00 UT

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Analyse vom 28.05.00, 12.00 UT

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Analyse vom 28.05.00, 18.00 UT

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Analyse vom 29.05.00, 00.00 UT

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Analyse vom 30.05.00, 00.00 UT

Quelle der Karten: Wetterzentrale



Meine Beobachtungen

Das heranziehende Sturmtief wurde natürlich schon im Forum der Wetterzentrale diskutiert. Auf den Bodendruckkarten konnte ich die kommende Entwicklung gut sehen. Für diese Jahreszeit war so ein Tief schon recht außergewöhnlich. Ein anderes Problem sind die belaubten Bäume, welche dem Wind eine größere Angriffsfläche bilden als im Winter.

So fuhr ich am frühen Nachmittag wie öfter in dieser Zeit raus zum Leuchtturm Bülk. Ich wollte auch den Durchzug der Kaltfrontokklusion fotografieren, der noch bevorstand. Während es zuerst aufgelockert bewölkt mit Cumuluswolken war, zog später aus Westen das Wolkenband der Kaltfrontokklusion von Ginger heran. Diese überquerte mit kurzem aber heftigen Starkregen und Sturmböen die Küste.

Etwa 15 Minuten später war der Regen vorbei und die Okklusion zog nach Osten ab. Rasch kam die Sonne wieder heraus, der Wind beruhigte sich und ich fotografierte anschließend das Wolkenband der abgezogenen Okklusion über der Ostsee.

Vorerst blieb es klar mit einzelnen Cumuluswolken. Aber schon bald nahmen die Cumulus- und Stratocumuluswolken von Westen her langsam aber stetig zu. Ich fuhr nach Hause und sah mir die neuen Karten und Beiträge im Forum der Wetterzentrale an. Der Tiefkern kam nur langsam näher und lag am späten Nachmittag über der deutschen Bucht. Die stärksten Böen würden hier aber erst südlich des Kerns kommen, also am späten Abend, wenn der Kern über Dänemark angekommen ist.

Der Stratocumulus nahm weiter zu und am Abend war der Himmel mit dichtem Stratocumulus überzogen, der rasch über den Himmel zog. Langsam nahm der Wind zu und es traten Sturmböen auf. Dabei war es recht kühl. Ich probierte einige vom Sturm gebogene Bäume zu fotografieren bevor es gänzlich dunkel wurde.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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