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Dämmerung


Die Dämmerung ist der Übergang zwischen Tag und Nacht. Es gibt die Abend- und die Morgendämmerung. Die Dämmerung entsteht durch Streuung des Sonnenlichtes an Partikeln in der höheren Atmosphäre. Ist die Sonne am Erdboden schon untergegangen, beleuchtet sie noch die höheren Schichten der Atmosphäre, wo das Sonnenlicht gestreut wird. Der Bereich, wo die Sonne kurz vorher untergegangen ist, erscheint immer am hellsten. Meist hat er Färbungen von gelb bis orange.


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Abenddämmerung kurz nach Sonnenuntergang
© Mario Lehwald


Manchmal ist über dem hellen Dämmerungsschein auch ein purpurfarbenes Leuchten zu sehen. Es entsteht durch Aerosole in der höheren Atmosphäre, genauer der Stratosphäre. Diese Aerosole streuen das rötliche Licht der am Erdboden bereits untergegangenen Sonne. Zusammen mit der tiefblauen Farbe des Himmelshintergrundes ergibt sich ein violettes oder purpurfarbenes Leuchten. Durch Ausbrüche großer Vulkane oder anderen starken Luftverschmutzungen wie z. B. große Waldbrände können größere Mengen dieser Aerosole in die Stratosphäre gelangen. So konnte man besonders im Jahr 1992 nach dem Ausbruch des Pinatubos auch in Deutschland zahlreiche farbenprächtige Dämmerungen mit einem intensiven Purpurlicht sehen!

Das sogenannte Hauptpurpurlicht erscheint bei einem Sonnenstand von 2 bis 5 Grad unter dem Horizont. Bei einem Sonnenstand von 6 bis 10 Grad unter dem Horizont tritt, allerdings nur sehr selten, ein schwaches Nachpurpurlicht auf. Auch das Gegenpurpurlicht, was gegenüber der untergegangenen Sonne auftritt, ist nur sehr selten zu sehen.


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Purpurfarbenes Leuchten über der Abenddämmerung
© Mario Lehwald


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Eine farbenprächtige Abenddämmerung,
wie man sie besonders oft 1992 nach dem Ausbruch des Pinatubos sehen konnte.
© Mario Lehwald


Der aufmerksame Beobachter wird sicherlich schon einmal bemerkt haben, das der Himmel kurz nach Sonnenuntergang nicht nur im Westen, sondern auch tief im Osten eine rötliche bis rosafarbene Färbung zeigt. Das ist die sogenannte Gegendämmerung. Unterhalb dieser Gegendämmerung wird der Himmel etwas dunkler und geht in eine blaugraue Färbung über. Dieser verschwommene blaugraue Bereich ist der Erdschatten. Er hat eine horizontale Ausdehnung von etwa 180 Grad und sein Zentrum liegt an dem Punkt des Himmels, der der Sonne genau gegenüberliegt. Während die Sonne tiefer unter dem Horizont sinkt, steigt die Gegendämmerung und auch der Erdschatten im Osten langsam höher. Allerdings verblassen beide mit tieferen Sonnenstand immer mehr. Bevor der Erdschatten den Zenit erreicht, löst sich sein Rand scheinbar ganz auf.


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Blick nach Osten kurz nach Sonnenuntergang:
Im oberen Teil des Bildes ist die rosafarbene Gegendämmerung gut zu sehen. Darunter sieht man in blaugrauer Färbung den Erdschatten
© Mario Lehwald

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Noch ein Bild von der Gegendämmerung!
Auch hier sieht man darunter in blaugrauer Färbung deutlich den Erdschatten
© Mario Lehwald


Schon lange sind am Himmel die hellsten Sterne und die Planeten (sofern welche sichtbar sind) erschienen. Während die Sonne langsam tiefer unter dem Horizont sinkt, wird der Dämmerungsschein im Westen dunkler und geht in eine immer dunklere orange bis rötliche Färbung über. Es werden immer schwächere Sterne sichtbar während der Dämmerungsschein im Westen immer tiefer sinkt. Schließlich verschwindet er ganz und es wird so dunkel, daß man auch die Linie des Horizontes nicht mehr erkennen kann. Am Morgenhimmel spielen sich diese Vorgänge dann umgekehrt ab.


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Im weiteren Verlauf der Dämmerung
sinkt der Dämmerungsschein im Westen immer tiefer
© Mario Lehwald


Man unterscheidet drei Dämmerungsphasen, deren Anfang und Ende genau definiert sind:



Die Dämmerungsphasen

Bürgerliche Dämmerung
Sie beginnt nach Sonnenuntergang und endet, wenn der Mittelpunkt der Sonnenscheibe 6 Grad unter dem Horizont steht. Während der bürgerlichen Dämmerung kann man im Freien noch Lesen. An ihrem Ende sind Sterne 1. Größenklasse zu sehen.

Nautische Dämmerung
Sie beginnt gleich nach der bürgerlichen Dämmerung und endet, wenn der Mittelpunkt der Sonnenscheibe 12 Grad unter dem Horizont steht. Während der nautischen Dämmerung kann man im Freien nicht mehr Lesen, allerdings ist der Horizont noch als Trennlinie zwischen Himmel und Erde bzw. Wasser sichtbar. An ihrem Ende sind Sterne 3. Größenklasse zu sehen.

Astronomische Dämmerung
Sie schließt sich der nautischen Dämmerung an und endet, wenn der Mittelpunkt der Sonnenscheibe 18 Grad unter dem Horizont steht. Am Ende der astronomischen Dämmerung ist es vollständig dunkel geworden und man kann Sterne der 6. Größenklasse erkennen. Dies setzt allerdings einen dunklen Standort weit weg von künstlichen Lichtquellen voraus!

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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