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Perlmuttwolken (Polare Stratosphärenwolken)


Perlmuttwolken (mother of pearl clouds, nacreous clouds) sind eine Erscheinung in der Stratosphäre. Da die Stratosphäre sehr trocken ist, können sich dort keine normalen Wolken aus Wasser bilden. Nach heutigen Kenntnissen bestehen diese Wolken aus Kristallen von Schwefelsäure und Salpetersäure. In der Stratosphäre gibt es eine natürliche Schicht aus Schwefelsäuretröpfchen, die aus den Ozeanen oder von Vulkanausbrüchen stammt. Zur Bildung von Perlmuttwolken ist eine Temperatur von unter -78 Grad C erforderlich. Daher treten diese Wolken nur in hohen geografischen Breiten Nord und Süd, also in Nähe der Polregionen auf. Sie sind auch unter den Namen Polare Stratosphärenwolken (PSC = polar stratospheric clouds) bekannt.

Die Höhen der polaren Stratosphärenwolken liegen zwischen 22 und 30 Kilometern. Sie sind besonders gut in der Zeit von bis nach Sonnenaufgang, bzw. vor bis zu Sonnenaufgang zu sehen. Durch ihre große Höhe können diese Wolken noch vom Sonnenlicht beleuchtet werden, während es am Erdboden schon dunkel geworden ist. Durch Beugung des Sonnenlichtes und Interferenzerscheinungen an den Kristallen, aus denen diese Wolken bestehen, schimmern sie in perlmuttartigen Farben, wodurch sie den Namen Perlmuttwolken erhalten haben. Von den polaren Stratosphärenwolken gibt es allerdings mehrere Typen, von denen die Perlmuttwolken nur einer ist:


Typen der polaren Stratosphärenwolken

Typ 1: Mischwolken

  • 1a - NAT (Nitric Acid Trihydrate)
    Sie haben eine Teilchengröße von etwa 1 Mikrometer und bilden sich bei Temperaturen unter -78 Grad C. Bei tieferen Temperaturen können diese Partikel geringe Mengen von Salz- und Schwefelsäure aufnehmen, wodurch sie größer werden. Wolken dieses Typs treten oft über größere Flächen auf und sehen ähnlich aus wie die Leuchtenden Nachtwolken.
  • 1b - STS (Supersaturated Ternary Solution)
    Diese Wolken bestehen aus flüssigen Partikeln, die Schwefel- und Salpetersäure sowie Wasser enthalten. Wolken dieses Typs treten großflächig auf und zeigen kaum Strukturen. Sie sind daher visuell nicht sichtbar und ihr Vorhandensein läßt sich oft nur durch Messungen feststellen. Mitte Februar 2008 traten sie aufgrund einer sehr kalten Stratosphäre auch über Mitteleuropa auf und waren der Auslöser für besonders farbenprächtige Dämmerungserscheinungen.

Typ 2: Perlmuttwolken

Diese Wolken haben eine Teilchengröße von etwa 10 Mikrometer und bestehen aus Wassereis. Sie bilden sich bei Temperaturen von -85 bis -90 Grad C. Die Teilchen sinken aufgrund ihrer Größe meist in die Troposphäre ab. Wolken des Typs 2 treten nur eng begrenzt auf und haben ein linsenförmiges Aussehen, ähnlich wie Altocumulus lenticularis. Es sind die eigentlichen Perlmuttwolken.

In den Regionen um den Südpol (Antarktis) sind diese Wolken häufiger beobachtet worden als im Bereich des Nordpols (Arktis). Auf der Nordhalbkugel treten sie am Nordpol, in Alaska, Sibirien und an den Gebirgen in Norwegen auf. Manchmal sind die temperaturmäßigen Bedingungen zu ihrer Entstehung auch im Norden von Deutschland gegeben. Allerdings sind bis heute keine Beobachtungen aus Deutschland bekannt. Aus diesem Grunde kann ich hier auch keine Bilder dieser interessanten Gebilde zur Verfügung stellen. Was Bilder angeht, wird man allerdings im Internet schnell fündig!

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