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Eiswolken


In den mittleren Breiten beginnt ab etwa 6000 Metern Höhe das hohe Wolkenstockwerk. Die Temperaturen liegen hier auch im Sommer immer weit unter dem Gefrierpunkt. Die kalte und schon dünne Luft kann nur wenig Wasserdampf aufnehmen. Überschüssiger Wasserdampf fällt nicht in kleinen Wassertröpfchen, sondern in Form feinster Eisnadeln aus. Auch dazu sind Kondensationskeime notwendig.


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Cirruswolken am 05.02.2005
© Mario Lehwald


Die aus diesen Eisnadeln entstehende Bewölkung heißt Cirrus. Es sind genauer Zusammenballungen von Eisnadeln. Auch sieht man diese Cirruswolken nur aus einer gewissen Entfernung, was den meisten überhaupt nicht bewußt ist! Nähert man sich den Cirruswolken, z. B. in einem Flugzeug, so verlieren sie mehr und mehr ihre Struktur, bis man schließlich fast nichts mehr von ihnen sieht, außer einen zarten kaum wahrnehmbaren Schleier ohne jegliche Strukturen.


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Dünne Cirruswolken fallen oft kaum auf (16.07.2007)
© Mario Lehwald


Auch den oft gewünschten blauen und wolkenfreien Himmel gibt es zumindest über Mitteleuropa nur sehr selten. Damit meine ich nicht die Tage, an denen es bedeckt ist, sondern die anderen, an denen die Sonne scheint! Auch dann sind am Himmel oft mehr oder weniger feine Eisnadeln vorhanden, die kaum Strukturen zeigen und keine Schatten erzeugen, aber trotzdem da sind. Besonders an dunstigen Tagen fällt eine dünne leichte Cirrusbewölkung den meisten kaum auf.


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Stark verdichtete Cirruswolken am 20.08.2007
© Mario Lehwald


Cirruswolken können auf verschiedene Art entstehen. Eine davon ist die Hebung von Luftmassen mit der damit verbundenen Abkühlung und Ausscheidung von Wasserdampf. Wie wir jetzt wissen, fällt der Wasserdampf im oberen Wolkenstockwerk in Form von feinen Eisnadeln aus. Aus dem oberen Teilen von Cumulonimbuswolken entstehen oft dichte Cirruswolken, die noch eine Zeit lang weiter existieren, obwohl der übrige Teil dieser Schauer- oder Gewitterwolken schon längst vergangen sind.


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Cirrostratusschleier am 05.03.2008
© Mario Lehwald


Neben der Gattung Cirrus gibt es bei den Eiswolken noch die Gattung Cirrostratus. Dieser tritt in Form eines großflächigen weißen Schleiers besonders vor Warmfronten auf. Die dritte Gattung der hohen Eiswolken heißt Cirrocumulus. Es sind kleine und schattenlose Wolkenbällchen aus Eisnadeln in großer Höhe, die seltener zu sehen sind als die anderen Cirren.


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Cirrocumulus mit Kondensstreifen am 02.10.2007
© Mario Lehwald


Wegen ihrer großen Höhe erscheinen Eiswolken am Himmel oft starr und unbeweglich. Das ist aber nicht der Fall, denn in Wirklichkeit sind sie die schnellsten Wolken am Himmel! Das gleiche gilt für ihre Veränderung. Wenn man eine Cirruswolke im Verlaufe von Minuten durchgehend beobachtet, fotografiert oder filmt, wird man überrascht sein, wie stark sich ihre Form ändert.



Formveränderung einer Cirruswolke

Das folgende Beispiel zeigt die Formveränderung einer Cirruswolke am 1. August 2007. Oft behindern allerdings tiefere Wolken solche Beobachtungen, aber hier hat es funktioniert.


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15.50 MEZ 15.53 MEZ
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15.57 MEZ 16.00 MEZ
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16.02 MEZ 16.05 MEZ

© Mario Lehwald

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