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Regeln zu Zyklonen


Zyklonen oder Tiefdruckgebiete folgen bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Auch zeigen sie in ihrem Lebenslauf bestimmte Verhaltenseigenschaften. Daraus kann man allgemeine Regeln ableiten. Allerdings gibt es auch immer wieder die berühmte Ausnahme von der Regel! Daher sind diese Regeln keinesfalls als Wettervorhersage zu verstehen oder als Garantie, daß es so kommen muß!


Regel 1:
Tiefdruckgebiete ziehen auf der Nordhalbkugel generell nach Nordosten. Je weiter sie nach Norden kommen, desto mehr ändert sich ihre Bewegungsrichtung nach Norden.

Regel 2:
Ein junges Tief zieht meist in die Richtung, in welche die Isobaren des Warmsektors laufen.

Regel 3:
Ein Tief, dessen Kern länglich ist, zieht meist in die Längrichtung seines Kerns. Besitzt dieses Tief auch einen Warmsektor, dann zieht es nach der Warmsektorregel.

Regel 4:
Tiefdruckgebiete mit einem starken Druckgradienten (enger Isobarenabstand) auf allen Seiten bewegen sich nur noch sehr langsam fort.

Regel 5:
Tiefdruckgebiete mit einem schwachen Druckgradienten (großer Isobarenabstand) nach allen Seiten bewegen sich meist schnell fort.

Regel 6:
Zuggeschwindigkeiten von Tiefs:
jung: 25 - 30 Knoten (10 - 12 Breitengrade pro Tag)
alt (okkludiert): 10 bis 15 Knoten (4 bis 6 Breitengrade pro Tag)
im Sommer allgemein 5 - 10 Knoten weniger (2 bis 4 Breitengrade pro Tag)

Regel 7:
Ein Tief das sich auffüllt zieht erheblich langsamer als eines, das sich vertieft.

Regel 8:
Ein Tief intensiviert sich im Sommer, wenn es von der See zum Land übertritt. Im Winter ist das genau umgekehrt.

Regel 9:
Ein Randtief umkreist das Haupttief auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn. Die Bewegung verläuft meist so, daß das Zentrum des Randtiefs nach 24 Stunden etwa auf der tiefsten 5-hPa-Isobare liegt, die Randtief und Haupttief noch gemeinsam verbindet ("Rodewald-Regel").

Regel 10:
Beulen sich die Isobaren eines okkludierten Tiefs am Okklusionspunkt aus, so entsteht hier ein Teiltief. Dieses schwenkt jedoch nicht wie ein Randtief um das Haupttief herum, sondern zieht weiter in Richtung der Isobaren des Warmsektors oder schert sogar weiter nach rechts aus.

Regel 11:
Ein Tiefdruckgebiet mit starkem Wind auf seiner Vorderseite wird oft bald stationär und schwächt sich langsam ab.

Regel 12:
Alte und stationäre Tiefs reaktivieren sich wieder, wenn neue Kaltluft in ihre Rückseite oder neue Warmluft in ihre Vorderseite gelangt oder wenn junge Tiefs mit einbezogen werden.

Regel 14:
Sind zwei oder auch mehrere Tiefkerne durch gemeinsame Isobaren verbunden, so rotieren beide um einen gemeinsamen Mittelpunkt ("Hantelprinzip"). Sowas nennt man ein Tiefdrucksystem.

Regel 15:
Tiefdruckgebiete mit starker Isobarenkrümmung bewegen sich nur noch langsam fort oder bleiben stationär.

Regel 16:
Vollentwickelte Sturmtiefs bewegen sich häufig in die Richtung, in der ihre stärksten Winde wehen.

Regel 17:
Kaltlufttropfen sind Höhentiefs, die durch Abschnürung der Höhenströhenströmung entstehen und keinen Kontakt zum Erdboden haben. Sie erscheinen daher nicht in den Bodenwetterkarten, sind aber meist stark wetteraktiv mit Starkregenfällen und Gewittern und vom Verhalten schwer prognostizierbar.

Regel 18:
Größere und festliegende Tiefs können noch lange Zeit lebensfähig bleiben, wenn sie sich an Grenzen zwischen kalter und warmer Unterlage befinden, z. B. an der Küste.



Zwei Zyklonen gleichzeitig über Europa!

tiefs.jpg

Diese Aufnahme ist in Wirklichkeit aus 2 Einzelbilder des Satelliten NOAA entstanden: Das linke wurde am 20.04.1999 um 15.42 MEZ, und das rechte am gleichen Tag um 14.01 MEZ aufgenommen! Anschließend habe ich diese beiden Aufnahmen zusammengelegt.

Quelle der Satellitenbilder: Wetterzentrale
Bearbeitung: Mario Lehwald

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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